Wer Opfer von Mobbing Angriiffen wird braucht Unterstützung und Hilfe. Hier sinf 10 effektive Methoden dem Mobbing entgegen zu wirken aufgelistet.
Als neues Gruppenmitglied sollten Sie zu Beginn Ihrer Tätigkeit sehr darauf achten, welche Normen und Gewohnheiten in einer Arbeitsgruppe vorherrschen und diese - soweit möglich - einhalten. Beispiele für solche selten explizit ausgesprochenen Regeln sind: „Neue Kollegen müssen eine Einstandsfeier organisieren"; „Die Arbeitsgruppe geht mittags gemeinsam in die Kantine"; „Niemand darf eleganter gekleidet sein als die Chefin"; „Man spricht nicht positiv vom Vorgesetzten"; „Die nahe am Haus gelegenen Parkplätze sind für die dienstälteren Kollegen reserviert"; „Die Frauen kochen den Kaffee". Der Verstoß gegen diese - rational gesehen meist unsinnigen - Normen verunsichert die etablierten Gruppenmitglieder und fördert deren Bereitschaft, die Neue oder den Neuen auszugrenzen.
- Ähnlichkeiten herausstellen
Zu Beginn sollten Sie gegenüber den Kollegen eher die Ähnlichkeiten als die Unterschiede in Arbeitsweise und Lebensführung herausstellen. Wahrgenommene Ähnlichkeit fördert die Sympathie, und diese ist ein guter Schutz gegen aggressive Handlungen. Ungünstig wäre es etwa, wenn Sie auf der Einstandsfeier ungefragt im Kreise der Würstchen essenden Kollegen erläuterten, dass Sie Vegetarier seien und Fleisch einfach eklig fänden. Empfehlenswert ist es hingegen, wenn Sie beim Kaffeekränzchen nebenbei eine Bemerkung fallen lassen wie: „Sie fahren doch auch den neuen VW. Wie sind Sie denn mit dem Auto und der Werkstatt zufrieden?"
- Eigene Besonderheiten erläutern
Sofern man als Person oder in der Lebensführung Auffälligkeiten und Besonderheiten aufweist, sollten diese erläutert werden, damit andere sie nachvollziehen können und keine Gerüchte aufkommen: „Vielen Dank für denangebotenen Kaffee, aber ich trinke keinen - ich bekomme von Koffein immer Herzrasen"; „Ich wache jeden Tag schon sehr früh auf- deshalb nutze ich gerne die Zeit und fange früh mit der Arbeit an"; „Ich muss mir bei Dienstbesprechungen einfach Notizen machen - das ist alles so neu für mich, so dass ich schnell etwas vergessen würde, wenn ich es nicht aufschriebe"; „Ihre Torte sieht wirklich lecker aus, aber ich muss leider ablehnen - ich vertrage kein Milcheiweiß".
- Den Kontakt zu den Kollegen suchen
Für neue Mitarbeiter gilt es, das Gespräch mit und den Kontakt zu möglichst vielen Kolleginnen und Kollegen zu suchen. Oftmals ist zu beobachten, dass neue Kollegen sich möglichst schnell und mit aller Kraft in ihr Tätigkeitsfeld einarbeiten wollen. Aus Sicht von Außenstehenden verbarrikadieren sie sich an ihrem Schreibtisch hinter Bergen von Vorgängen. Sie sind besonders fleißig und konzentriert und bemerken die zarten Versuche der Kontaktaufnahme durch Kollegen nicht. Diese interpretieren dieses Verhalten schnell als Ausdruck eines ungeselligen und abweisenden Wesens des Neulings und ziehen sich von diesem zurück.
- Eigene Kompetenzen nicht in den Vordergrund stellen
Als Neue oder Neuer sollten Sie Ihre Kompetenzen und Fähigkeiten nur maßvoll zur Schau stellen. Niemand hört gerne ungefragt (und erst recht nicht von irgendwelchen „Jungspunden"), wie veraltet und überholt die eigene Arbeitsweise ist. Negativbeispiel: „An der Fachhochschule habe ich gelernt, dass diese Methode der Wirtschaftlichkeitsrechnung, die Sie hier anwenden, keine exakten Ergebnisse liefert und viel zu aufwändig ist." Geschickter ist es, wenn die alten Gruppenmitglieder neugierig gemacht werden und von selbst nachfragen: „Das sieht ziemlich schwierig aus, wie Sie die Wirtschaftlichkeitsrechnung durchführen. Professor Meier hat uns eine neuartige Methode erläutert, von der er behauptet, dass sie einfacher anzuwenden wäre und ebenfalls genaue Ergebnisse liefern würde. Wenn Sie möchten, kann ich mal meine Vorlesungsaufzeichnungen mitbringen."
- Den Kollegen nützlich sein
In jeder Arbeitsgruppe gibt es Zusatzaufgaben, die mehr oder weniger attraktiv sind. Sie sollten sich als neues Gruppenmitglied über diese Aufgaben schnell einen Überblick verschaffen und auch die j eweilige Attraktivität einschätzen. Vermeiden Sie dabei, mit den etablierten Gruppenmitgliedern um die attraktiveren Tätigkeiten zu konkurrieren. Vorteilhaft für die Integration in die Gruppe ist eher die Übernahme von Tätigkeiten, die in der Gruppe keiner sonderlich gerne erledigt, auf deren Ergebnis indes jeder angewiesen ist. Beispiel: In vielen Arbeitsgruppen muss die EDV betreut werden. Ältere Mitarbeiter schrecken eher vor dieser Aufgabe zurück, wenn sie hierfür keine Kompetenzen entwickelt haben. Falls Sie sich für PCs interessieren, nutzen Sie die Chance, indem Sie sich bereit erklären, die Betreuung der EDV zu übernehmen oder sich in dieses Aufgabenfeld einzuarbeiten. Sieentlasten Ihre Kollegen damit nicht nur von einer unangenehmen Arbeit, Sie machen sich damit auch schwerer angreifbar. Wer will sich denn ernsthaft mit demjenigen anlegen, auf den man immer wieder beim Ausfall des eigenen Terminals angewiesen ist?
Ebenso ist es für Sie als Neuer vorteilhaft, auch unattraktive Dienst- oder Urlaubszeiten zu übernehmen. Entlasten Sie Ihre Kollegen, und Sie werden deren Unterstützung in anderen Angelegenheiten gewinnen. Stellen Sie die Übernahme der unattraktiven Zeiten jedoch nicht als Selbstverständlichkeit dar, sondern machen Sie den Kollegen bewusst, dass auch Sie dadurch auf Annehmlichkeiten verzichten müssen: „In der Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr wollte ich mit meiner Freundin eigentlich zum Skifahren. Aber wenn Sie in den letzten Jahren während dieser Zeit immer Dienst hatten, ist es verständlich, dass Sie dieses Jahr mal bei Ihren Kindern bleiben möchten. Na, da werde ich meiner Liebsten heute Abend ein paar Blumen mit nach Hause bringen, damit das Donnerwetter nicht allzu heftig wird."
Unterlassen Sie es, Ihr gutes persönliches Verhältnis zum Vorgesetzten den anderen Kollegen bewusst werden zu lassen. Das Denken in Hierarchien ist in den meisten Betrieben noch stark ausgeprägt, und man hat nun mal kein rosiges Verhältnis zum Vorgesetzten zu haben (außer man will sich bei ihm
einschmeicheln). Kollegen, die gut mit dem Chef auskommen, werden rasch als karrieregeil abgestempelt und geraten ins Visier der Mobber. Dass Ihr Chef mit Ihren Arbeitsleistungen zufrieden ist, sollten Sie in bescheidener Art den Kollegen mitteilen: „Der Chef hatte Gott sei Dank an dem Schreiben nichts auszusetzen." Damit deuten Sie an, dass Sie in fachlicher Hinsicht für den Vorgesetzten nützlich sind. Ein po-tenzieller Mobber müsste mit Sanktionen des Chefs rechnen, wenn er gegen Sie - dessen nützliches Instrument -vorgehen würde.
- Den richtigen Mentor suchen
In jeder Arbeitseinheit gibt es unter den Kollegen eine besonders beliebte Person, die gruppendynamisch als informeller Führer bezeichnet wird. Zu erkennen sind diese Personen beispielsweise daran, dass kaum jemand schlecht über sie spricht, dass sie bei Dienstbesprechungen nicht von anderen Kollegen unterbrochen werden oder dass sie in Arbeitspausen der Mittelpunkt von Gesprächsrunden sind. Suchen Sie die Nähe zu diesen Personen, bitten Sie sie häufig um fachlichen und persönlichen Rat. Durch die Nähe zu und die Akzeptanz vom informellen Gruppenführer erleben andere Kollegen diesen als Ihren Mentor. Angriffe gegen Sie stellten dann auch einen Angriff gegen den - durch seine Beliebtheit - mächtigen Beschützer dar; Mobbing wird dadurch unwahrscheinlicher.
- Sich für eine Seite entscheiden
In größeren Arbeitsgruppen gibt es vielfach Untergruppen, die miteinander um Einfluss und Macht konkurrieren. Im Laufe der ersten Wochen werden die verschiedenen Untergruppen versuchen, Sie für ihre Seite zu gewinnen. Neulinge werden entweder als potenzielle Verstärkung der eigenen oder der gegnerischen Koalition angesehen. Es gelingt kaum, sich unbeschadet aus diesen Koalitionsintrigen herauszuhalten. Stets gilt der Grundsatz: Entweder du bist für mich oder gegen mich - neutrale Positionen gibt es nicht. Gerade bei Frauen ist oftmals der Versuch zu beobachten, es allen recht machen, harmonisch-integrierend wirken zu wollen. Franz Josef Strauß hatte für derartige Handlungsweisen einen Ausspruch parat, der mit Everybody's darling is everybody's ... beginnt und mit einem obszönen Schimpfwort endet. Diejenigen, die keine Bündnisse eingehen, die sich nicht festlegen, sind erstens in größerer Gefahr, Opfer von Intrigen zu werden, da sie als relativ schwaches Mitglied der Arbeitsgruppe wahrgenommen werden. Im Falle einer Mobbingattacke stehen die Bündnislosen zweitens ohne soziale Unterstützung da, welche die psychischen Auswirkungen von Mobbing deutlich lindern könnte.
Deshalb kann es für Sie als neues Gruppenmitglied nur darum gehen, die richtige Koalition auszuwählen. Welche aber ist die richtige Koalition? Achten Sie darauf, zu welcher Untergruppe der informelle Führer des Teams gehört. Ein weiteres wichtiges Kriterium ist zum anderen, ob die jeweilige Koalition eine grundsätzlich konstruktive Einstellung zu den Aufgaben, Tätigkeiten und Arbeitsweisen der Betriebseinheit hat. Ist dies der Fall, hat sie einen größeren Einfluss auf den Vorgesetzten und damit auf Dauer ein größeres Machtpotenzial.
- Sich bei Konflikten zurückhalten
Zwangsläufig ergeben sich in Arbeitsgruppen Konflikte über Ziele und Durchführung von Tätigkeiten. Bei Auseinandersetzungen über Ziele der Arbeitsgruppe - also der Frage, was gemacht werden soll - ist Neulingen Zurückhaltung anzuraten. Diese grundsätzlichen strategischen Fragen sind das angestammte Revier der etablierten Kollegen, auf dem sie ihre Kämpfe austragen und die Konkurrenz von Dritten nicht dulden.